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Bordeaux
Bordeaux: mein Lieblingswein
Ein großer Schwerpunkt meines Sortiments ist Bordeaux. Das hat natürlich seinen Grund. Im Februar /März 1983 habe ich zum erstenmal ein paar "Cru Bourgeois" und 1 oder 2 "Grands Crus Classe" probiert. Diese Probe hat mein Weinleben geprägt, ich war schlichtweg begeistert. Die Folge war 2-3 Monate später eine Reise nach Bordeaux. Ich erinnere mich noch genau. Ich kam gegen Mittag in der Stadt Bordeaux an und nachdem ich ein Hotel in der Nähe des "Grand Theatre" gefunden hatte, bin ich sofort auf der Route No. 2 ins Medoc gefahren. Mein erstes Weingut, das ich besuchte, war "Chateau Prieure-Lichine" und ich hatte das Vergnügen, eine der großen Persönlichkeiten des französischen Weinlebens kennenzulernen: Alexis Lichine. In dem kurzen Gespräch erläuterte er mir die Besonderheiten des Bordelaiser Weinhandels, z.B. dass man die Weine der berühmten Chateaux nicht direkt vom Weingut kauft, sondern über die Negociants in Bordeaux ordern muß. Er gab mir damals 5 Adressen seriöser Handelshäuser und mit 3 Häusern arbeite ich nun schon seit 20 Jahren bis heute. Soviel zur Historie.
Die Weine von Bordeaux sind eigentlich eine ganze Weinwelt für sich, mit der man sich ein Leben lang beschäftigen kann. Es gibt die guten kleinen Rot- und Weißweine aus dem großen Entre-deux-Mers Gebiet für ein paar EURO und die prestigeträchtigen Superweine des Medoc, Pomerol und Saint-Emilion. Insgesamt sind es über 35 verschiedene Herkünfte (Appellationen) im gesamten Weinbaugebiet Bordeaux. Es ist das größte und bedeutenste Qualitätsweinbaugebiet der Welt.
Die Weine aus den klassischen Bordelaiser Trauben: Cabernet-Sauvignon, Cabernet-Franc, Merlot und manchmal auch in kleinen Teilen Petit Verdot und Malbec haben auf der ganzen Welt Vorbildfunktion. Aus meiner Sicht ist ein großer Bordeaux ( Latour, Lafite, Mouton, Margaux, Palmer, Leoville-LasCases, Petrus, Cheval Blanc) in seiner vielleicht etwas kühleren, aber ungemein finessenreichen Art mit großem intellektuellem Nachhall etwas Einmaliges. Der jüngste weltweite Trend zu opulenten überextrahierten Weinen ist zwar sehr populär, beeindruckt er doch sofort auch unerfahrene Weintrinker, aber das ist nicht das Wesen eines wahren Bordeaux. Leider hat diese Art des Weinmachens auch viele Erzeuger in Bordeaux beeindruckt und man schwimmt einfach mit auf dieser Welle. Der seit 5-6 Jahren boomende Weinmarkt hat natürlich auch seine Spuren bei den Preisen hinterlassen. In dieser Zeit haben sich die Preise für die berühmten Namen gut verdoppelt, nicht nur in Bordeaux. Wer ist Schuld daran? Die bösen Weinerzeuger, oder ein Markt, der bereit ist, fast jeden Preis zu bezahlen? Etwas gutes haben jedoch die hohen Preise und die damit sprudelnden Gewinne bewirkt. Es gibt eine große Vielzahl von neuen Weinen aus unbekannten Herkünften und bis dato namenlosen Weingütern, die plötzlich über Nacht tolle Weine produzieren, zu moderaten Preisen. Diese Weine zu suchen und als Alternative zu den überteuerten klassifizierten Chateaux anzubieten, das ist meine Antwort auf die verrückt gestiegenen Preise. Allerdigs ist festzustellen, daß seit 2001 als der Jahrgang 2000 "en Primeur" verkauft wurde bis jetzt zum Jahrgang 2002 in 2003 die Preissituation sich zumindest für diesen Jahrgang normalisiert hat. Ich hoffe, Ihnen gefällt meine Auswahl und Sie werden bei dem einen oder anderen Wein fündig.
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